Mary Ann Shaffer

Deine Juliet

ISBN: 978-3-499-24593-0
Rowohlt
Taschenbuch
8,95 EUR

Liebe / Briefroman

London in den späten vierziger Jahren: Die temperamentvolle junge Schriftstellerin Juliet erhält eines Tages einen erstaunlichen Brief.
Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey. Er hat antiquarisch ein Buch erworben, das zuvor ihr gehörte. Zwischen der Literatin und dem Bauern entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz eines literarischen Clubs erfährt, den die Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto neugieriger wird sie.
Sie beschließt, auf die Insel zu reisen.
Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth und deren großer Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen...




Der Literaturbrummer meint:

Was für ein wunderschönes Buch! Aufmerksam geworden bin ich darauf eigentlich nur wegen des schönen Covers und obwohl ich eigentlich kein Fan von Briefromanen bin, habe ich sofort zugegriffen, als ich die ersten paar Zeilen gelesen hatte.

Es geht um die Schriftstellerin Juliet, die während des Krieges recht erfolgreich Kolumnen geschrieben hat, die jetzt als Buch veröffentlicht wurden. Während sie noch nach einer Idee für eine neues Buch sucht, erhält sie einen Brief von Dawsey Adams, einem Bauern von der Insel Guernsey. Er hat ein Buch gekauft, das vorher Juliet gehört hat und in dem ihr Name und ihre Adresse stand. Es entwickelt sich eine Brieffreundschaft, durch die Juliet vom Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf erfährt, über den sie sofort mehr wissen möchte.
Nach und nach schreiben ihr die Mitglieder dieses Clubs über ihre Erlebnisse während der Besatzung durch die Deutschen und wie sich aus einer Notsituation dieser Club gegründet hat. Neugierig auf die Menschen und mit der Idee, über diesen Club bzw. über die Besatzung der Insel ein Buch zu schreiben, begibt sich Juliet auf die Reise.
Auf der Insel findet sie neue Freunde, ein Stück Heimat und noch mehr...

Durch die unterschiedlichen Briefe werden alle Erlebnisse von Juliet und von den Inselbewohnern aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, so dass einem die Figuren recht schnell vor Augen stehen. Sie wachsen einem richtig ans Herz und die Briefe sind einfach so wunderschön geschrieben, dass ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand gelegt hätte. Nie hätte ich gedacht, dass mich ein Briefroman einmal derart fesseln und begeistern könnte.
Und obwohl es auch um sehr traurige und schreckliche Kriegserlebnisse geht, hat man die ganze Zeit das Gefühl, dass man in eine Welt voller Freundschaft und Liebe abtaucht. Auch in harten Zeiten haben die meisten Inselbewohner zusammen gehalten und haben versucht, durch ihren Literaturclub etwas Licht in die dunkle Zeit zu bringen. Der Roman ist so lebensbejahend, dass man beim Lesen teilweise Tränen in den Augen hat.

Leider steht vorne im Buch, dass die Autorin den großen Erfolg ihres Romans nicht mehr miterleben konnte, da sie kurz vor der Veröffentlichung gestorben ist. Das ist umso trauriger, als dass man ihr von ganzem Herzen den Erfolg gönnt und gerne noch mehr von ihr gelesen hätte.
So aber bleibt es ihr einziger Roman, den ich aber jedem sehr ans Herz legen möchte. Es ist einfach eine wunderbare Lektüre!



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