Ann Pearlman

Der Christmas Cookie Club

ISBN: 978-3-547-71158-5
Marion von Schröder
Taschenbuch
14,90 EUR

Freundschaft / Weihnachten

Jedes Jahr im Dezember treffen sie sich - zwölf Frauen, alle mit köstlichen selbstgebackenen Plätzchen. Sie probieren, tauschen Rezepte aus und erzählen sich alles, was im vergangenen Jahr wichtig war: Marnie hat sich unsterblich verliebt, Charlene hat durch einen tragischen Unfall ihren Sohn verloren, Laurie ein kleines Mädchen aus China adoptiert. Eine von ihnen wird fortziehen, eine andere zittert um das kranke Enkelkind. Rosie und Jeannie haben sich gestritten und reden nicht miteinander. Doch jetzt feiern sie, sie sind alle zusammen, und auf einmal sind sie einander ganz nah. Kummer und Streit sind vergessen, sie umarmen sich und lachen - Freundinnen, was immer auch passiert.




Der Literaturbrummer meint:

Das Buch ist optisch eine Augenweide und die Aufmachung hat mir sofort gefallen. Zum Inhalt: In der Vorweihnachtszeit trifft sich alljährlich der Christmas Cookie Club bei Marnie, der Nummer 1 der Cookie-Hexen. Der Club besteht aus zwölf Frauen, die jeweils dreizehn Dutzend Plätzchen mitbringen - zwölf für jede von ihnen und ein Päckchen für das Hospiz. Jede von ihnen bringt zu diesem speziellen Abend auch etwas zu essen mit und somit wird es eine gesellige Party.
Die zwölf Frauen erzählen beim Verteilen ihrer Cookies jeweils eine kleine Geschichte dazu und so lernen wir ganz allmählich die verschiedenen Personen näher kennen. Was mich ein bisschen gestört hat war die Fülle der Schicksalsschläge, die dort "versammelt" sind - Marnie selbst ist zweimal geschieden, hat eine Tochter, die schon mehrere Fehlgeburten hatte und eine andere Tochter, die ungewollt schwanger ist. Dann gibt es Charlene, die ihren Sohn durch einen Unfall verloren hat, wir lesen von diversen Dreiecksbeziehungen, Mißhandlungen, gescheiterten Ehen, Obdachlosigkeit, Krebserkrankungen und weiteren Schicksalsschlägen. Mir war das alles ein bisschen zu viel, man hatte den Anschein, dass kaum jemand dabei war, der ein "relativ normales" Leben führt. Mir ist natürlich klar, dass zwölf "normale" Frauen keine besonders interessante Geschichte geboten hätten, aber ich fand es halt ein ganz kleines bisschen übertrieben.
Ebenso übertrieben fand ich die ständigen "Ich hab dich lieb"-Beteuerungen und die immer glückliche "Auflösung" der Probleme untereinander.

Was das ein wenig wieder wett macht ist der schöne Erzählstil der Autorin, die es versteht, den Leser mit hinein in das Club-Treffen zu nehmen und sich richtig zugehörig zu fühlen. Man fühlt sich so, als wäre man wirklich dabei.
Schön war auch die Idee mit den einzelnen Rezepten, durch die bei mir sofort die Lust aufs Nachbacken geweckt wurde :-)
Was ich dagegen absolut überflüssig fand, waren die Kapitel über diverse Backzutaten - was hat eine Abhandlung über Zucker oder Mandeln in einem Roman verloren? Das gehört für mich dann wohl doch auf jeden Fall in ein Backbuch und mich persönlich hat es im Lesefluss gestört.

Alles zusammen genommen habe ich mich ganz gut unterhalten lassen und finde, den Roman kann man gut bei einer Tasse heißem Tee und eingekuschelt auf dem Sofa genießen. Ein netter Roman für zwischendurch.



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