Monica McInerney

Die Töchter der Familie Faraday

ISBN: 978-3442468119
Goldmann
Taschenbuch
9,95 EUR

Familie

Die zwanzigjährige Maggie Faraday bekommt überraschend Besuch von ihrem Großvater Henry, der sie um Hilfe bittet: Sie soll ihn dabei unterstützen, ein Treffen mit seinen fünf Töchtern zu arrangieren. Doch als die Faraday-Schwestern aus allen Ecken der Welt anreisen, merkt Maggie schnell, dass etwas nicht stimmt. Sie kommt einem langgehegten Geheimnis auf die Spur, das das Leben der Familie Faraday von Grund auf verändern wird...




Der Literaturbrummer meint:

Die Familie Faraday macht einen äußerst glücklichen Eindruck - Vater Leo und seine fünf Töchter leben friedlich zusammen und halten an einigen Familientraditionen fest, die sie an die verstorbene Mutter Tessa erinnern.
Doch der Schein trügt - es brodelt in dieser Familie. Leo scheint Tessas Tod noch immer nicht verwunden zu haben und zieht sich oft in seinen Schuppen zurück, in dem er an irgendwelchen verrückten Ideen und Erfindungen bastelt. Tochter Juliet ist die älteste und kümmert sich um ihre jüngeren Schwestern - die zynische Miranda, die sportliche Eliza, die in sich gekehrte Sadie und die jüngste von allen - Clementine.
Als Clementine dann plötzlich mit 16 ein Baby erwartet, wird der Alltag der Familie auf den Kopf gestellt. Zusammen versuchen sie, Baby Maggie aufzuziehen und alle versprechen Clementine so lange nicht auszuziehen, bis Maggie in die Schule kommt. Die ein oder andere Schwester bereut dieses Versprechen zwar nach einer Weile, aber Maggie hält die Familie zusammen und wird von ihrer Mutter und ihren Tanten sehr geliebt. Nur Sadie scheint teilweise fast krankhaft an Maggie zu hängen.

Die Erinnerungen der Mädchen an ihre Mutter Tessa sind verschwommen und Leo schwärmt ihnen immer und immer wieder von ihr vor. Doch wie war Tessa wirklich? Ihre Tagebücher verraten es vielleicht, und als Sadie sie findet und anfängt zu lesen, nimmt ein Drama seinen Lauf.

Die weitere Handlung zeigt Maggie als junge Frau, die immer noch der Mittelpunkt der Familie Faraday ist, die aber versucht, ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen und sich ein wenig zu lösen von ihren Tanten. Als Leo sie um einen Gefallen bittet, möchte sie eigentlich lieber nicht zusagen, lässt sich aber von ihrem Großvater überreden. Was verbergen Tessas Tagebücher? Bricht die Familie komplett auseinander oder wird sie wieder ein vollständiges Gefüge?

Monica McInerney erzählt eine einfühlsame Familiensaga, die mehrere Jahrzehnte umspannt. Ihre Erzählweise lädt ein, bei den einzelnen Personen zu verweilen und sich auf sie einzulassen. Nur schwer kann man sich dem Sog der Familie Faraday entziehen und fühlt sich fast wie ein Teil von ihr. Allerdings möchte ein anderer Teil stets lieber nur Zuschauer sein, da das Familiendasein nicht ganz einfach und ziemlich einengend zu sein scheint für die Schwestern.

Auf jeden Fall ein Roman, der mir sehr gefallen hat und der sich Zeit nimmt für seine unterschiedlichen Figuren. Es gibt auch eine zarte Liebesgeschichte, allerdings eher am Rande. Sehr zu empfehlen für alle, die gerne Familiengeschichten lesen :-)



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