Susanne Goga

Das Leonardo-Papier

ISBN: 978-3-453-35298-8
Diana
Taschenbuch
9,95 EUR

Historischer Roman

England 1821: Georgina Fielding ist im besten heiratsfähigen Alter, interessiert sich aber mehr für Geologie als für potenzielle Ehemänner. Als sie eine wertvolle Fossiliensammlung und ein rätselhaftes Notizbuch erbt, ist ihre Neugier geweckt. Mithilfe des Reiseschriftstellers Justus von Arnau begibt sie sich auf die Spurensuche. Rätsel gibt ihnen insbesondere eine einzelne Manuskriptseite auf. Sie ist in Spiegelschrift geschrieben wie die Werke Leonardo da Vincis – und hat einen brisanten Inhalt…

Susanne Goga lässt uns an den Anfängen jener revolutionären Wissenschaft teilhaben, die im frühen 19. Jahrhundert an den Grundfesten des Glaubens rüttelte: der Geologie. Zugleich aber ist »Das Leonardo-Papier« die packende Geschichte einer jungen Frau, die sich über Konventionen hinweg setzt und ihren guten Ruf riskiert, um das Geheimnis ihrer Herkunft zu lösen – und ihr persönliches Glück zu erobern.




Der Literaturbrummer meint:

Ich greife eigentlich nur selten zu historischen Romanen, aber bei diesem Roman interessierte mich die Zeit, in der die Geschichte spielt - im frühen 19. Jahrhundert. Das ist ja eigentlich gar nicht so lange zurück, aber doch führte man damals, gerade als Frau, ein ganz anderes, oft fremdbestimmtes Leben.

Beim vorliegenden Roman lernen wir die junge Georgina kennen, die zwar im besten Alter ist, sich aber nicht wirklich für eine Heirat interessiert, sondern lieber ihr Wissen in der Geologie erweitert. Sie ist bei ihrem Großvater und ihrer Tante Anne aufgewachsen, von ihren Eltern weiß sie so gut wie nichts. Ihre Kindheit war recht freudlos, nur die Besuche bei ihrer weiteren Tante Aga brachten Freude und Licht in ihr Leben. Tante Aga unterstützt sie bei ihren Forschungen und Untersuchungen von Fossilien und lässt ihr viel Freiheit, im Handeln wie im Denken. Sehr zum Ärger von Tante Anne, deren einziges Interesse daran besteht, Georgina gut zu verheiraten und der das Interesse ihrer Nichte an der Geologie ein steter Dorn im Auge ist.
Eines Tages bekommt Georgina Post, in der eine fremde Frau sie bittet, zwei Truhen abzuholen. Sie kann nicht ahnen, dass diese Truhen Georginas Leben verändern werden. Denn der Inhalt stammt von ihrem Vater und enthält ein brisantes Papier.
Mit Hilfe von Justus von Arnau, einem jungen Reiseschriftsteller, begibt sie sich auf Spurensuche. Doch Tante Anne hat einen geeigneten Heiratskandidaten entdeckt und Georgina gerät unter Zeitdruck...

Im Roman geht es neben Georginas spannendem Leben vor allem um die Zerrissenheit zwischen Glaube und Wissenschaft, die bei vielen Menschen damals für innere Konflikte sorgte. Die Naturwissenschaft warf Fragen auf, die den Kernpunkten des biblischen Glaubens widersprachen und dieses Thema bietet eine sehr spannende Kulisse! Dabei treffen wir auch immer wieder auf Personen, die damals wirklich gelebt haben, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Besonders William Buckland bleibt in Erinnerung, obwohl ich doch froh bin, nur von ihm zu lesen und ihn nicht wirklich zu treffen (besonders nicht bei einem seiner Abendessen zu Hause ;-))
Georgina selbst gefällt durch ihre Intelligenz und ihren Willen, sich nicht einfach zur "stummen Ehefrau" machen zu lassen, sondern selbst denken zu dürfen und ihrem größten Interesse - der Geologie - nachgehen zu dürfen. Dazu kommt das spannende Geheimnis um ihren Vater und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ein schöner Schreibstil rundet die Letküre ab und am Ende fand ich es schade, mich von Georgina, Justus und den anderen Figuren verabschieden zu müssen. Ein wunderbarer historischer Roman, den ich gerne empfehle!



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