Corina Bomann

Der Pfad der roten Träume

ISBN: 978-3-8000-5498-5
Ueberreuter
gebundene Ausgabe
12,95 EUR

Kinder-/Jugendbuch / Australien

Australien – für die englischen Mädchen Lucy und Anne bedeutet es im 19. Jahrhundert den Traum von einem neuen Leben. Als Anne schon kurz nach ihrer Ankunft in Perth stirbt, ist Lucy ganz alleine. Doch dann lernt sie einen Farmer und seinen Sohn kennen und gerät in ein Abenteuer zwischen Viehbaronen, Aborigines und der ganz großen Liebe.




Der Literaturbrummer meint:

In diesem Roman geht es um das sechzehnjährige Mädchen Lucy, die nach dem Tod ihrer Eltern bei einem undankbaren und grantigen Reverend arbeiten muss. Ihre Freundin Anne fristet ihr Dasein in einem lieblos geführten Waisenhaus. Das Elend der beiden Mädchen, Ende des 19. Jahrhunderts, ist sofort greifbar und beiden wünscht man von Herzen, dass sich etwas für sie ändert. Als der Reverend stirbt, sehen sie ihre Chance und begeben sich auf ein Schiff nach Australien in eine ungewisse Zukunft.
Nach einer stürmischen und schwierigen Überfahrt wagen sie in Perth einen Neuanfang und finden Unterkunft und Arbeit in einer Mission. Als Lucy plötzlich allein da steht, nehmen ein Farmer und sein Sohn sie unter ihre Obhut und ganz allmählich lernt Lucy auch das Land und die Aborigines besser kennen. Mutig versucht sie, den Aborigines und auch Mr Callaway und Henry zur Seite zu stehen, die ständig vom Großgrundbesitzer Harrison drangsaliert werden. Sie kommt Henry näher, doch es lauern etliche Gefahren...

Der Roman ist flüssig zu lesen und die Autorin schafft es, die Atmosphäre von Armut und Leid in Bristol, aber auch das Einwandererleben in Australien so zu beschreiben, als wäre man als Leser mittendrin. Man ist geschockt von der Grausamkeit, mit der die Aborigines gedemütigt werden und versucht dem Mädchen bei ihrer mutigen Gegenwehr beizustehen.
Die Passagen, bei denen Lucy unter den Aborigines lebt, haben mir besonders gefallen und auch die Erklärungen zu den Zeichnungen und der besonderen Art der Unterhaltung mit ihnen fand ich sehr interessant. Neben Lucy werden auch die anderen Figuren schön beschrieben, allen voran natürlich Anne und Henry, aber auch Dr. McNall, die Schwestern im Hospital und die Haushälterin Mrs Mayall.
Das Lesetempo nimmt zum Ende hin zu und so hat mich der Roman von Anfang an gut unterhalten und am Schluss gefesselt. Ein tolles Jugendbuch, das man auch als Erwachsener sehr gut lesen kann. Wer Jugendbücher und Australienromane mag, ist hier gut aufgehoben :)



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